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	<title>Der Rettungsblog</title>
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	<description>Weblog einer Rettungswache</description>
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		<title>Die Blut Hirn Schranke ist nicht Glucoseg&#228;ngig</title>
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		<pubDate>Mon, 05 Oct 2009 22:39:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>JoeKanone</dc:creator>
				<category><![CDATA[Rettungsdienst]]></category>

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		<description><![CDATA[Tja ein jeder im Rettungsdienst kennt das wohl&#8230;.den unterzuckerten Patienten. &#220;blicherweise ein sehr dankbares Krankheitsbild, erkennt man doch meistens recht fix das Problem (der gemeine Blutzuckertest braucht nur wenige Sekunden) und hat dann gleich auch noch die Probleml&#246;sung in gen&#252;gend gro&#223;er Menge an Bord um eine komplett unterzuckerte Grundschulklasse zur&#252;ck in die Hyperaktivit&#228;t und deren Lehrer an [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Tja ein jeder im Rettungsdienst kennt das wohl&#8230;.den unterzuckerten Patienten. &#220;blicherweise ein sehr dankbares Krankheitsbild, erkennt man doch meistens recht fix das Problem (der gemeine Blutzuckertest braucht nur wenige Sekunden) und hat dann gleich auch noch die Probleml&#246;sung in gen&#252;gend gro&#223;er Menge an Bord um eine komplett unterzuckerte Grundschulklasse zur&#252;ck in die Hyperaktivit&#228;t und deren Lehrer an den Rand des Wahnsinns zu bringen.<span id="more-211"></span></p>
<p>Normalerweise m&#252;ssen diese Menschen, gleichwohl sie Sekunden zuvor noch zuckend, lallend, desorientiert und total humorlos auf Punktionen mit Venenverweilkan&#252;len (sch&#246;nes Wort) reagierten, nach der Therapie mit reichlich Zucker garnichtmehr zwingend ins Krankenhaus. Und die wissen das auch.</p>
<p>So ist dann meist auch das erste Wort was ein vormals unterzuckerter Diabetesprofi von sich gibt, wenn er wieder das Licht der Welt wie wir sie kennen, erblickt: &#8220;Kommnichmit&#8221;</p>
<p>Sch&#246;n f&#252;r ihn oder auch sie, n bischen doof f&#252;r uns, weil ohne Transport keine Kohle n&#252;sch von der kranken Kasse. Naja&#8230;Patient&#8230;.Mittelpunkt etc etc. ihr erinnert euch. Wieso sollte man jemanden zwingen gegen seinen Willen in ein Krankenhaus zu kommen, wenn er sich mit seiner Krankheit bestens auskennt und ihn oder eben Sie die Unterzuckerung im Schlaf &#252;bermannt oder -fraut hat. Und die Diabetesprofis merken, wenn Sie Unterzuckern. Ich merk das auch, sogar ganz ohne Diabetes. Wird meine Laune miserabel, bedeutet das schlichtweg die f&#252;nfte Tour in Folge und noch keine Gelegenheit zur Nahrungsaufnahme.</p>
<p>Einem dieser unterzuckerten Zust&#228;nde ist es m&#246;glicherweise zu verdanken das Al Kaida Chapter Ostholstein die Pl&#228;ne und Lage der hiesigen St&#246;rstelle zugespielt wurden. Tut mir wirklich Leid ich werd versuchen das gerade zu biegen.</p>
<p>Ironischerweise bin ich zu folgendem Einsatz vom Einkauf weggebimmelt worden, w&#228;hrend ich bereits die rettende Kassiererin erreicht hatte, die meine Tiefk&#252;hlpizza einzubongen, leider erst im Begriff war.</p>
<p>-Blaulicht, Blaulicht-</p>
<p>-Klingel-</p>
<p>-Krampf, Krampf-</p>
<p>-Pieks- -Piep- -34mg/dl- -Pieks- -Spritz- -Sp&#252;l-</p>
<p>-&#8221;<em>Kommnichmit</em>&#8220;-</p>
<p>Nur eben diese Patientin gefiel so keinem der anwesenden Rettungsleut so richtig. Erstmal hat sie Unmengen an Glucose weggelutscht, dann war Sie nie so richtig <em>richtig </em>klar. Wer aber zeitlich, &#246;rtlich und situativ alles klar beantworten kann, dem gegen&#252;ber kann man schlecht Zwang anwenden, weil man &#8220;<em>so ein Gef&#252;hl</em>&#8221; hat. Ihre unklare Klarheit  hat die Dame aber mit einem Reichtum an Unfreundlichkeit wett gemacht, das ich nicht wissen m&#246;chte wie unfreundlich sie wird, wenn sie in den tolerablen unterzuckerigen Bereich kommt, in dem ich banale T&#246;tungsphantasien bekomme.</p>
<p>Zumindest meine Not&#228;rztin war dann mit ihrer Aufkl&#228;rung &#228;hnlich direkt und freundlich und Worte wie: Tot, Sterben, das Ende allen seins, wurden unverbl&#252;mt ausgesprochen.</p>
<p>-Unterschrift-  &#8220;<em>Wiedersehen</em>&#8220;&#8230;.und wir sollten Recht behalten.</p>
<p>Zwanzig Minuten sp&#228;ter, ein anderer Discounter, eine andere Kassiererin, eine andere Tiefk&#252;hlpizza. Derselbe Melder, dasselbe Ger&#228;usch das die Transaktion der Nahrungsmittelbeschaffung j&#228;h beendete und dieselbe Adresse.</p>
<p>Diesmal sa&#223; unsere Patientin auf der Toilette, war k&#246;rperlich bereits wieder auf dem absteigenden Ast, nur der Geist reichte gerade noch aus um darauf zu insistieren auf garkeinen Fall ins Krankenhaus zu wollen. Der Weg zum Auto wurde mit albernen Abwehrversuchen zwar erschwert, lie&#223; sich aber durch sanften Druck brechen und wir waren so schlau den Zugang erst im Auto zu legen und ihr dort den heilbringenden Sirup zukommen zu lassen.</p>
<p>Meine Aufgabe bestand haupts&#228;chlich darin die Teenagertochter der Patientin zu tr&#246;sten, die sich seitens ihrer Mutter schwere Vorw&#252;rfe hat anh&#246;ren m&#252;ssen, weil Sie uns ein weiteres mal alarmiert hatte.</p>
<p>Ein Grund mehr die Sym- und Antipathien in diesem Fall nach einem ganz klaren Schwarz-Wei&#223;-Schema zu verteilen. Da dieser Vorfall meine Titeltheorie zu erh&#228;rten scheint, will ich mal hoffen das die Glucose sich mittlerweile ihren Weg gebahnt hat und sich dieser lernresistente Diabeteszombie in eine liebevolle, dankbare Mutter verwandelt hat.</p>
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		<title>Das Ende der Wirtschaftskrise</title>
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		<pubDate>Sat, 19 Sep 2009 01:29:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>JoeKanone</dc:creator>
				<category><![CDATA[Rettungsdienst]]></category>

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		<description><![CDATA[So bedauerlich es klingen mag, die Wirtschaftskrise ist beendet. Zu meinem Leidwesen muss ich gestehen das ich unmittelbar nichts von dieser &#8220;Krise&#8221; mitbekommen habe. Mit Ausnahme vielleicht von ner Menge Zeitungs&#252;berschriften und das jeder zweite Kollege pl&#246;tzlich nen Neuwagen f&#228;hrt.
Doch w&#228;hrend man sich in Villa Bacho wieder die H&#228;nde reibt, vergeben geistesgest&#246;rte Banker bereits  gro&#223;z&#252;gig Baukredite [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>So bedauerlich es klingen mag, die Wirtschaftskrise ist beendet. Zu meinem Leidwesen muss ich gestehen das ich unmittelbar nichts von dieser &#8220;Krise&#8221; mitbekommen habe. Mit Ausnahme vielleicht von ner Menge Zeitungs&#252;berschriften und das jeder zweite Kollege pl&#246;tzlich nen Neuwagen f&#228;hrt.<span id="more-207"></span></p>
<p>Doch w&#228;hrend man sich in Villa Bacho wieder die H&#228;nde reibt, vergeben geistesgest&#246;rte Banker bereits  gro&#223;z&#252;gig Baukredite ohne sich &#252;ber die Konsequenzen auch nur eine Sekunde Gedanken zu machen.</p>
<p>Einst zu Zeiten der Depression genossen wir unsere Insellage hier mitten im neu geschaffenen Industriegebiet. Der Ausblick war ph&#228;nomenal und wenn man ganz leise war konnte man sogar das Meer rauschen h&#246;ren. Und Leise war es hier &#246;fter mal. Dann und wann eine W&#252;stenrose (die Rolldinger aus dem Western), ab und zu verirrte sich auch mal jemand hierher, ansonsten nur wir und die endlose Weite.</p>
<p>Man konnte sogar die Rettungsw&#228;gen der Kollegen rechtzeitig genug einr&#252;cken sehen, um ihnen die Tiefk&#252;hlpizza in den Ofen zu hauen. Sind sie dann eingeparkt war das Essen fertig.</p>
<p>Auch die einmalige Fauna hier im Umland hat dem gemeinen Rettungsmenschen zwischen den Eins&#228;tzen viel Freude bereitet. Da gab es den Herrn Fasan, der gerne mal morgens um f&#252;nf  lauthals auf sich aufmerksam gemacht hat und dank dieser Bem&#252;hungen auch irgendwann eine Frau Fasan am Start hatte.</p>
<p>Ein Rebhunp&#228;rchen hatte sich hinter die Wache verirrt und eine Feldl&#228;rche verzauberte uns mit ihrem permanenten Gesang.</p>
<p>Die gr&#246;&#223;te Freude haben uns aber die R&#252;digers gemacht. R&#252;diger hie&#223;en die Feldhasen, die hier in und um die Wache gelebt haben und weil man sie so schlecht auseinanderhalten konnte, hie&#223;en sie halt alle irgendwie R&#252;diger. Irgendwann hatten die R&#252;digers sogar kleine R&#252;digers bekommen und wir hatten eine ganze Feldhasensippe hier wohnen, deren Gr&#246;&#223;e lediglich durch die nahe Durchfahrtsstrasse limitiert wurde.</p>
<p>Die Jungr&#252;digers waren so zutraulich, das sie sich auch gerne mal vor den Wintergarten zum fressen gehockt haben. Das war so -man verzeihe mir den derbe unm&#228;nnlichen Ausdruck- niiiiiedlich, das selbst die hartgesottensten unter unseren Carnivoren nicht mehr an Hase auf Toast denken mussten.</p>
<p>Ja so war es damals zu Zeiten der Rezession und wir haben gehofft es w&#252;rde niemals wieder Aufw&#228;rts gehen mit der ollen Wirtschaft.</p>
<p>-Pustekuchen-</p>
<p>Jetzt wird man morgens von den Jungens vom Bau geweckt die in der ihrer Art innewohnenden Lautst&#228;rke rege Konversation betreiben. Als w&#228;re das nicht schon genug hat auch jeder von ihnen die Lizenz zum F&#252;hren einer Baumaschine deren Zweck sich weder dem Zuschauer noch dem Maschinisten selbst erschlie&#223;t. Die aber kann einen H&#246;llenl&#228;rm machen und bringt die Wache so zum vibrieren, das selbst die l&#228;rmignorierenden Kampfschl&#228;fer von der Matratze gerollt werden.</p>
<p>Und was ersp&#228;ht der derartig geweckte, wenn er sich in den Aufenthaltsraum schleppt um mit einem koffeinhaltigen Warmgetr&#228;nk den Morgen zu retten?</p>
<p>Einen putzigen kleinen R&#252;diger, wie er vor dem Fenster Wachenkarotte m&#252;mmelt?</p>
<p>Nix da&#8230;.seit der Wiedervergabe von Baukrediten bekommt man nur noch ein Baggerballett zu sehen.</p>
<p>Leider ist es uns n&#228;mlich vor Baubeginn nicht mehr gelungen ein vom Aussterben bedrohtes Seeadlerp&#228;rchen auf der Wiese hinter der Wache anzusiedeln, das wir bei einem Patienten haben mitgehen lassen. Ansonsten w&#228;ren wir f&#252;r immerdar als einzige Rettungswache inmitten eines Naturschutzgebietes in die Geschichte eingegangen, auch wenn es da m&#246;glicherweise Intressenkonflikte mit Familie R&#252;diger gegeben h&#228;tte.</p>
<p>Wer kann denn aber ahnen das Seeadler nicht auf Wiesen leben?</p>
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		<title>Beh&#246;rden und der gMV</title>
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		<pubDate>Sun, 13 Sep 2009 12:55:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>JoeKanone</dc:creator>
				<category><![CDATA[Rettungsdienst]]></category>

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		<description><![CDATA[Wie wird man eigentlich Mensch in einer Beh&#246;rde? Man lernt sicherlich eine Menge Dinge die mit dem ablegen, ordnen, verwalten, sortieren und beschriften von Aktenordnern zu tun haben.
Einzig Sachkenntnis zu dem Fachgebiet in dessen Beh&#246;rde der zust&#228;ndige Sachbearbeiter sich auf die Rente vorbereitet, scheint eins dieser Dinge zu sein die &#252;berhaupt nicht von N&#246;ten ist.
Warum auch? [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wie wird man eigentlich Mensch in einer Beh&#246;rde? Man lernt sicherlich eine Menge Dinge die mit dem ablegen, ordnen, verwalten, sortieren und beschriften von Aktenordnern zu tun haben.</p>
<p>Einzig Sachkenntnis zu dem Fachgebiet in dessen Beh&#246;rde der zust&#228;ndige Sachbearbeiter sich auf die Rente vorbereitet, scheint eins dieser Dinge zu sein die &#252;berhaupt nicht von N&#246;ten ist.<span id="more-202"></span></p>
<p>Warum auch? Wer den gesunden Menschenverstand (gMV) durch Handlungsanweisungen und Rundschreiben, nebst bildh&#252;bscher Formulare ersetzt braucht keinen Sachverstand.</p>
<p>Es reicht eben Schablonen auf Probleme zu legen, die im Grunde keine sind und wenn man keine passende Schablone zu dem Bereich besitzt oder findet, dann nimmt man eben eine Schablone aus einem vermeintlich artverwandten Bereich.</p>
<p>Ger&#252;chteweise sollte z.B. das Arztzimmer unserer neuen Wache gefliest werden, der Hygiene wegen, weil da ja soviel Patientenverkehr herrscht&#8230;.????? Aber auf Ger&#252;chte will ich mich hier ja nicht st&#252;tzen, die Fakten sollen f&#252;r sich sprechen.</p>
<p>Dem vernehmen nach hat eine gro&#223;e Beh&#246;rde in der ebensogro&#223;en Stadt hier um die Ecke Probleme zu glauben das der hiesige vom Kreis bestellte Rettungsdienstbetreiber auch tats&#228;chlich Rettungsdienst betreibt. Gut zugegeben, manchmal frag ich mich das auch aber eigentlich nur wenn ich einen von meinen 360 zynischen Tagen im Jahr habe.</p>
<p>Nichtsdestotrotz m&#252;ssen unsere Jahrespraktikanten, an einem NEF Standort mit mehreren Rettungswagen wohlgemerkt, jetzt Buch f&#252;hren wieviele Krankentransporte und wieviele Rettungen sie im Jahr absolvieren. Dar&#252;berhinaus gibt es regelm&#228;&#223;ig Streit dar&#252;ber was von dieser Beh&#246;rde als &#8220;Fortbildung&#8221; anerkannt wird und was nicht.</p>
<p>So wird beispielsweise die Teilnahme an einer Gesamteinsatz&#252;bung in ganz gro&#223;em Rahmen, also ungef&#228;hr MANV 11, nebst deren Vorbereitung nicht als Fortbildung anerkannt. Sind ja schlie&#223;lich keine Unterrichtsstunden gewesen, in denen man <em>das erlernte vertieft und lernt es bei der praktischen Arbeit anzuwenden.</em></p>
<p>Jaja&#8230;..man lernt zwar erlerntes in gro&#223;em Umfang anzuwenden aber leider Gottes fehlen die Unterrichtsstunden. Mu&#223; halt im kleingeiste eines Beh&#246;rdenmitarbeiters mit Schulbank, Klingel und Dozent stattfinden, sonst lernt der Auszubildende einfach nichts. Schablone passt nicht&#8230;..Abgelehnt.</p>
<p>Mein pers&#246;nliches Beh&#246;rdenhighlight fand allerdings in meinem eigenen Jahrespraktikum statt. Damals war noch der Personenbef&#246;rderungsschein mit Pr&#252;fung erforderlich um Menschen im Rettungswagen transportieren zu d&#252;rfen.</p>
<p>Die Pr&#252;fung hatte ich gl&#252;cklicherweise bestanden und konnte ohne M&#252;he 15 der 45 vorgegebenen Strecken auswendig aufsagen. Gescheitert bin ich dann an einem aktuellen Nachweis f&#252;r die Teilnahme an einem Erste Hilfe Kurs.</p>
<p>-<strong>NO SHIT!!!</strong>-</p>
<p>Ich hatte zwar sowohl meine Rettungssanit&#228;terurkunde, als auch mein Rettungsassistentenzeugnis dem Antrag beigelegt, das hat dort aber niemanden interessiert.</p>
<p>-<em>..weil das ja schlie&#223;lich nichts dar&#252;ber aussagt ob Sie im letzten Jahr auch an einem Erste Hilfe Kurs teilgenommen haben.</em></p>
<p><em>-&#8230;Nein das ist nicht wichtig, ob sie jetzt eine h&#246;her qualifizierte Ausbildung absolviert haben. Gefordert ist der Erste Hilfe Schein und den k&#246;nnen Sie nicht vorlegen.</em></p>
<p>Hirn entkoppelt, Schablone passt nicht&#8230;&#8230;..Abgelehnt.</p>
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		<title>Die ambulante Versorgung findet nicht statt&#8230;</title>
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		<pubDate>Sun, 06 Sep 2009 01:05:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>JoeKanone</dc:creator>
				<category><![CDATA[Rettungsdienst]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8230;ist ja eine dieser Thesen, die ich hier regelm&#228;&#223;ig in die Welt posaune. Kein niedergelassener Arzt hier in der Gegend scheint es mehr n&#246;tig zu haben Hausbesuche zu machen. Keinem Patienten ist es mehr zuzumuten auf den Arzt l&#228;nger als 5 Minuten zu warten, weswegen der relativ h&#228;ufig in der Tat mangelhafte KV Dienst h&#228;ufig garnicht [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8230;ist ja eine dieser Thesen, die ich hier regelm&#228;&#223;ig in die Welt posaune. Kein niedergelassener Arzt hier in der Gegend scheint es mehr n&#246;tig zu haben Hausbesuche zu machen. Keinem Patienten ist es mehr zuzumuten auf den Arzt l&#228;nger als 5 Minuten zu warten, weswegen der relativ h&#228;ufig in der Tat mangelhafte KV Dienst h&#228;ufig garnicht mehr bem&#252;ht wird.<span id="more-199"></span></p>
<p>Stattdessen wird alles was nicht bei drei auf dem Baum ist via Ferndiagnose ins Krankenhaus eingewiesen, damit sich die ohnehin voll ausgelasteten Notaufnahmen mit jedem noch so banalen Zipperlein besch&#228;ftigen k&#246;nnen. Wer nicht eingewiesen wird, weil er die Nummer des KVs nicht findet, w&#228;hlt einfach die Nummer die man sich am einfachsten merken kann. Und zumindest in meinem Fall aufgrund einer gewissen Diskussionsm&#252;digkeit und weil es meinen Arbeitgeber gl&#252;cklich macht, f&#252;hre ich diese dann einem Arzt zu. Sprich transport in ein Krankenhaus, so denn der Wunsch dazu besteht&#8230;.und der besteht fast immer, k&#246;nnt ja was schlimmes sein und so.</p>
<p> </p>
<p>Tja&#8230;.meine These hatte letztens eine ganz entscheidende Ausnahme, die m&#246;glicherweise wegbereitend f&#252;r die Zukunft des &#8220;Rettungs&#8221;dienstes ist.</p>
<p>Der gezogene Dauerkatheter ist ja eines dieser Highlights f&#252;r die Alarmiert zu werden eines jeden Rettungsmenschen Herz einen Freudensprung vor Begeisterung macht.</p>
<p>Diesen einen unseren Patienten mussten wir nicht etwa in ein Krankenhaus bringen, wo man ihm einen Schlauch in seine Blase legen k&#246;nnte, damit das Wasserlassen wieder funktioniert. Nein diesen Patienten haben wir zu einer Arztpraxis eines niedergelassenen Urulogen gefahren. (Urologen sind die &#196;rzte die sich eigentlich fast ausschlie&#223;lich mit dem Pippi machen besch&#228;ftigen &#8211; Wei&#223; der Geier was in deren Kindheit schief gelaufen ist)</p>
<p>Am Ziel unserer Reise angelangt haben wir nicht etwa den Patienten verlastet und uns schnellstm&#246;glich aus dem Staub gemacht, wie sonst bei derlei Transporten &#252;blich. Nein, hier sollten wir uns oben in der Praxis melden, der Arzt w&#252;rde dann runterkommen und eben einen Katheter legen.</p>
<p>Gelegt hat den Katheter schlu&#223;endlich dann eine von seinen Arzthelferinnen. Wir konnten uns dann mit Patient sogleich auf den R&#252;ckweg machen.</p>
<p>Jetzt denkt man im ersten Moment nat&#252;rlich -Och- denkt man -Och ist doch garnicht schlecht gelaufen-. Krankenhaus entlastet, Rettungstr&#228;ger entlastet, weil der Patient nicht in die Praxis im dritten Stock gebracht werden musste, Patient entlastet, weil er nicht stundenlang auf seinen R&#252;cktransport warten musste.</p>
<p>Aber mal ganz im Ernst&#8230;.ist das die Zukunft des Rettungsdienstes?</p>
<p>Mal ab davon das ein im Rollstuhl sitzender Patient auch gut und gerne mit dem Bus, dem Taxi, einem BTW oder gemeinsam mit einem netten Zivi zu Fu&#223; in die Praxis h&#228;tte kommen k&#246;nnen.</p>
<p>Stellen wir unsere wundersch&#246;nen Rettungsr&#228;ume, in denen sonst mit Herzblut gekotzt, gekrampft, geblutet und was Patienten sonst noch so alles treiben auf dem Weg in die rettende Notaufnahme, jetzt als mobile Reservepraxis den niedergelassenen &#196;rzten zur Verf&#252;gung?</p>
<p>Bitte? Sie f&#252;hlen sich unp&#228;sslich und sind irgendwie nicht zu 100% mobil? Kein Problem! Die rollende Praxis ist gleich bei ihnen.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Alptr&#228;ume</title>
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		<pubDate>Sun, 16 Aug 2009 11:32:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>JoeKanone</dc:creator>
				<category><![CDATA[Rettungsdienst]]></category>

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		<description><![CDATA[Ja nee, &#8230;&#8230;.also ich fang nicht schon wieder an zu Schreibschlampen, sondern hab auch mal Urlaub. So mit wegfahren und Kopf frei bekommen und alles andere tun als auch nur im entferntesten daran zu denken ein Menschenleben zu retten.
&#8220;P&#246;h&#8221; denk ich da&#8230;&#8230;&#8221;P&#246;h&#8230;..selbst Schuld, musste dich halt nicht jetzt mit dem Arm in der Friteuse verfangen, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ja nee, &#8230;&#8230;.also ich fang nicht schon wieder an zu Schreibschlampen, sondern hab auch mal Urlaub. So mit wegfahren und Kopf frei bekommen und alles andere tun als auch nur im entferntesten daran zu denken ein Menschenleben zu retten.</p>
<p>&#8220;P&#246;h&#8221; denk ich da&#8230;&#8230;&#8221;P&#246;h&#8230;..selbst Schuld, musste dich halt nicht jetzt mit dem Arm in der Friteuse verfangen, sondern in drei Wochen, wenn mein Urlaub zuende ist. Ich f&#252;r meinen Teil hab jetzt auf jeden Fall frei und da interessieren mich deine banalen Probleme &#252;berhaupt garnicht. Ich will jetzt meine Pommes!&#8221;<span id="more-197"></span></p>
<p>Ab davon findet die Arbeitsbelastungsverarbeitung so circa drei Tage nach Urlaubsantritt statt. In meinem Fall ein erfrischender Alptraum, indem das traumatisch erlebte nochmal aufgearbeitet wurde.</p>
<p>Wie sieht jetzt so ein Rettungsmenschenalptraum aus?</p>
<p>Blut? Gemetzel? Menschliche Trag&#246;dien? Schreiende unrettbare Kinder, die einem vor der Nase entgleiten?</p>
<p>Au contraire mon frer&lt;Insert beliebigen Accent-irgendwas here&gt;e</p>
<p>Der moderne Rettungsmensch tr&#228;umt davon einen Patienten im Tragestuhl zw&#246;lf Stockwerke hoch zu tragen, um oben vom Sohn des Patienten zu erfahren das es jetzt wohl gleich weiter in die Klinik gehen m&#252;sse, man hat oben in der Wohnung nur was abholen wollen. Unten angekommen, kann der Sohn des Sohnes des ertr&#228;umten Patienten, ein unglaublich d&#228;mlich aussehender Flatrateteenie es nicht lassen zu kommentieren: &#8220;Das hab ich aber schonmal schneller gesehen&#8221;</p>
<p>Selbst im Traum ist mir da der Kragen geplatzt und ich hab dieser alkopopstrinkenden Pickelherberge klar gemacht das nur derjenige das recht habe zu kommentieren, der bereits selbst irgendwas in seinem Leben geleistet h&#228;tte, was &#252;ber eine eins in Deutsch hinausgeht.</p>
<p>Im Traum ist aus dem zw&#246;lf Stockwerke Haus derweil ein Einfamilienhaus geworden, in dessen Hintergarten wir uns befanden und unseren Patienten auf einer Trage statt einem Stuhl zur Bef&#246;rderung bereit hielten.</p>
<p>Ein unscheinbarer Fu&#223;weg f&#252;hrte links ums Haus. Direkt hinter der Hausecke fiel der Gartenweg allerdings steil ab. Links und rechts waren W&#228;nde aus erdreich, weil der Weg aber gerade so breit war wie unsere Trage, verhakte diese sich st&#228;ndig in der Erde und wir trugen reichlich davon ab, wobei der Abraum dann gro&#223;z&#252;gig auf der Bettw&#228;sche liegenblieb. In ungef&#228;hr sieben Meter Tiefe stieg der Fu&#223;weg wieder an. Rechts von uns &#246;ffnete sich eine riesige kathedralenartige, kerzenbeleuchtete Halle , die mannshohe aber sehr schmale Fenster hatte.</p>
<p>Bevor wir uns an den Aufstieg machen konnten, den schmalen Pfad hoch zur Stra&#223;enseite des Hauses, b&#246;lkte der Sohn des Patienten durch eines der hohen schmalen Fenster: <strong><em>Ja warum sind Sie denn nicht andersrum gegangen, das w&#228;r doch viel einfacher gewesen.</em></strong></p>
<p>-Aufgewacht- &#8230;..Schwei&#223; gebadet, sich umgeschaut, Verwirrung und dann erleichtert zur&#252;ck ins Bett gefallen. Es war ja alles nur ein Traum.</p>
<p>Tja man braucht keinen Hobbypsychologenkurs belegt zu haben (Sollte sich allerdings unter den Lesern ein bloggender Profi befinden&#8230;.hier *wink* ich nehm gerne das kostenlose Probeabo) um zu deuten, wo der Belastungshund, zumindest in meinem Falle, begraben ist.</p>
<p>Also liebe Angeh&#246;rige des gehobenen Anspruchs:</p>
<p><strong>Ihr seid die Pest am Arsch der Rettungsh&#246;lle!!</strong>&#8230;</p>
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		<title>Absencen</title>
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		<pubDate>Thu, 30 Jul 2009 13:16:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>JoeKanone</dc:creator>
				<category><![CDATA[Rettungsdienst]]></category>

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		<description><![CDATA[Mit Absencen kenn ich mich jawohl aus, war ja selbst recht absent. Um so erfreulicher zu einem Verkehrsunfall alarmiert zu werden, der sich dem Meldertext nach vermutlich zu Hause abgespielt hat.
H&#228;h?
Am Einsatzort erwartete uns folgende Situation&#8230;..ein kaputter Kleinwagen, dem man mit aller Gewalt die Frontsch&#252;rze umgestalten wollte und  daf&#252;r anscheinend den n&#228;chstbesten Baum gew&#228;hlt hat, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mit Absencen kenn ich mich jawohl aus, war ja selbst recht absent. Um so erfreulicher zu einem Verkehrsunfall alarmiert zu werden, der sich dem Meldertext nach vermutlich zu Hause abgespielt hat.</p>
<p>H&#228;h?<span id="more-189"></span></p>
<p>Am Einsatzort erwartete uns folgende Situation&#8230;..ein kaputter Kleinwagen, dem man mit aller Gewalt die Frontsch&#252;rze umgestalten wollte und  daf&#252;r anscheinend den n&#228;chstbesten Baum gew&#228;hlt hat, um anschlie&#223;end dann  die Fahrt fortzusetzen und v&#246;llig korrekt vor der Garage  zu parken. Ein Dorfsheriffweibchen, als Teil eines Duos der Exekutive, die dem Verursacher des besch&#228;digten Gemeindeeigentums -Baum Komma Laub Komma Buche- dank modernster Kriminaltechnik ermitteln konnten, indem Sie der l&#252;ckenlosen K&#252;hlmittelspur vom Baum bis zum Haus folgten. Und eine Ehefrau.</p>
<p>Diese eben jene welche hat auch f&#252;r die Verwirrung gesorgt, der wir unsere Anwesenheit zu verdanken hatten. Frau Ehefrau &#228;u&#223;erte n&#228;mlich in Anwesenheit der geballten Ordnungsmacht:</p>
<p><em>&#8220;Jahaa&#8230;.mein Mann hat n&#228;mlich Absencen&#8221;</em></p>
<p>Als wir die Szenerie betraten sa&#223; er da, der absente Ehemann. Still schweigend auf einem Stuhl im Flur, die Arme vor der Brust verschr&#228;nkt und wirkte irgendwie neben sich.</p>
<p>W&#228;hrend ich um eine Kontaktaufnahme bem&#252;ht war, lie&#223; sich mein Kollege ein kurzes Briefing durch die Ehefrau geben, dem ich dank relativ einseitiger Kontaktbem&#252;hungen zu lauschen mit einem Ohr in der Lage war.</p>
<p>Er h&#228;tte so abwesende Phasen, w&#228;re deswegen schon beim Hausarzt gewesen und auch ein niedergelassener Neurologe h&#228;tte sich bereits wegen der Symptomatik um ihn gek&#252;mmert. Nein &#8211; Unterlagen dazu g&#228;be es zumindest vor Ort verf&#252;gbar wohl keine.</p>
<p>Jetzt,&#8230;um so intensiver um Kontakt bem&#252;ht wurde ich vom Patienten angeherrscht:</p>
<p><em><strong>&#8220;Was is denn?&#8221;</strong></em></p>
<p>Der direkten Anatmung ausgesetzt fiel es mir wie Tr&#228;nen aus den Augen. Diese sogenannten Absencen, die sowohl einen Hausarzt, als auch einen Neurologen besch&#228;ftigt hatten schienen nur auf unsachgem&#228;&#223;en Umgang mit Scheibenreiniger zu fu&#223;en. Wobei die willentliche oder accidentelle Geruchsunf&#228;higkeit der Ehefrau eine nicht unwesentliche Rolle bei der Diagnosestellung gespielt haben d&#252;rfte. Meine Geruchsunf&#228;higkeit war leider nicht vorhanden und mir schlug ein Dunst entgegen den es so sonst nur in der n&#228;he von Destillerien zu bewundern gibt, wenn denn der Wind g&#252;nstig steht. Meine Augen wurden glasig und die Sinne benebelt.</p>
<p>Mit letzter Kraft konnte ich die anwesenden Ordnungsh&#252;ter &#252;ber die Ursache dieser seltenen neurologischen Ausfallerscheinungen aufkl&#228;ren, die seltsamerweise immer nur dann auftraten, wenn der Herr Ehemann nachmittags alleine unterwegs war.</p>
<p>Gl&#252;cklicherweise war ich der Beifahrer des Rettungsgespanns, ansonsten h&#228;tte ich auf der R&#252;cktour zur Wache wom&#246;glich unter Einflu&#223; der Ausatemgase auch meine Absence genommen und eine Kontaktbremse mit der n&#228;chsten Gemeindebegr&#252;nung geprobt.</p>
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		<title>Wenn der Melder zweimal klingelt&#8230;.</title>
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		<pubDate>Wed, 22 Jul 2009 12:32:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>JoeKanone</dc:creator>
				<category><![CDATA[Rettungsdienst]]></category>

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		<description><![CDATA[Da waren wir also. Vier betreten drein schauende Rettungsmenschen, einer davon akademischen Ursprungs und versuchten einem chronisch besorgten Ehemann klar zu machen das seine Frau in dieser Nacht nicht sterben wird.
Zumindest nicht an einem Herzinfarkt.
Seiner Frau ging es n&#228;mlich gut, mit Ausnahme von vielleicht einem bischen Stress mit ihrem Kind. Ihr EKG war so sauber, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Da waren wir also. Vier betreten drein schauende Rettungsmenschen, einer davon akademischen Ursprungs und versuchten einem chronisch besorgten Ehemann klar zu machen das seine Frau in dieser Nacht nicht sterben wird.</p>
<p>Zumindest nicht an einem Herzinfarkt.<span id="more-174"></span></p>
<p>Seiner Frau ging es n&#228;mlich gut, mit Ausnahme von vielleicht einem bischen Stress mit ihrem Kind. Ihr EKG war so sauber, wie es sich f&#252;r eine 33j&#228;hrige geb&#252;hrt.Die Vitalwerte waren so derma&#223;en normal, das man sie h&#228;tte eins zu eins in ein Lehrbuch f&#252;r angehende Mediziner &#252;bertragen k&#246;nnen. Es gab keinerlei Vorerkrankungen und ihre &#8220;Brustschmerzen&#8221; waren so unspezifisch, das man selbst mit der &#252;bersch&#228;umenden Phantasie eines Jahrespraktikanten keinen Herzinfarkt daraus gebastelt h&#228;tte bekommen.</p>
<p>Unser Zenmeister, der Notarzt der beruhigenden Worte, konnte in einem l&#228;ngeren therapeutischen Gespr&#228;ch die &#196;ngste des Ehemannes, die Patientin selbst war auch nicht recht von der Diagnose ihrer besseren H&#228;lfte &#252;berzeugt, &#252;berwiegend zerstreuen.</p>
<p>Einzig die Sorge des Paares wegen der Schmerzen keine Ruhe zu finden, veranlasste den Zenmeister zu empfehlen doch noch einen Arzt aufzusuchen. Ambulante Schmerztherapien sind NOCH nicht in unser Aufgabenspektrum aufgenommen worden und irgendwie ist der Notarzt ja auch dazu da in lebensbedrohlichen Situationen verf&#252;gbar zu sein und nicht eine Novalminkurzinfusion zu &#252;berwachen.</p>
<p>Leider, leider haben wir in dieser Situation einen entscheidenden Fehler gemacht.</p>
<p>&#8230;</p>
<p>&#8230;</p>
<p>&#8230;</p>
<p>Nein,&#8230;.der Fehler war nicht die Patientin nicht in ein Krankenhaus zu fahren um ganz ganz ganz sicher zu gehen, das sich unsere Diagnose zu 100% best&#228;tigt hat. Der Fehler war das wir vers&#228;umt haben dem Paar zu sagen zu welchem Arzt sie h&#228;tten gehen sollen.</p>
<p>So begab es sich das das Paar, m&#252;de von den Anstrengungen der Nacht, sich auf einem Esel gen Bethlehem aufmachte. Doof nur das nach etwa &#252;ber den Daumen gepeilt nichtmals einem zehntel der Strecke sich die nahe gelegene Feld-, Wald- und Wiesenklinik befand.</p>
<p>Tja&#8230;.warum bis nach Bethlehem pilgern, wenn man auch in der &#246;rtlichen Feld-, Wald- und Wiesenklinik einen Arzt finden kann. Das dieser Arzt ein Scheinteenager ist, der mutma&#223;lich mit 19 sein Medizinstudium beendet hat und von uns liebevoll &#8220;Zivi&#8221; genannt wird, macht die ganze Sache nicht besser. (Bei unseren Rettungsfrauen hat er &#252;brigens aus dem Grund eine Art &#8220;Welpenschutz&#8221;)</p>
<p>Der &#8220;Zivi&#8221; stellte dann, nach dem Schreiben eines v&#246;llig unspektakul&#228;ren EKG`s die einzige Diagnose die f&#252;r einen angehenden Orthop&#228;den in Frage kommt.</p>
<p>-Herzinfarkt-</p>
<p>Wenige Minuten sp&#228;ter gaben die gleichen vier Melder laut, die noch kurz zuvor auf Hausbesuch bei dem hypertrophen Ehemann und seiner brustbeschmerzten Gattin waren.</p>
<p>Same shit, diffrent adress&#8230;..alleine der Name auf dem Melder sorgte f&#252;r allerlei widerspr&#252;chlicher Reaktionen von Unmut bis Unglaube, galt es doch jetzt die junge Frau, deren Ehemann wir gerade noch davon &#252;berzeugen konnten das wirklich alles in bester Ordnung sei, in ein Krankenhaus mit echten Kardiologen zu verlegen.</p>
<p>Merke: N&#228;chstes mal einfach noch ein bischen pr&#228;ziser sein was die Empfehlung angeht einen Arzt aufzusuchen oder eben doch gleich ein echtes Krankenhaus anfahren.</p>
<p>Spart man sich zumindest den zweiten Melderalarm.</p>
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		<title>Im Zentrum unseres Wirkens</title>
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		<pubDate>Thu, 16 Jul 2009 12:59:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>JoeKanone</dc:creator>
				<category><![CDATA[Rettungsdienst]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich tu jetzt mal so, als h&#228;tte ich mich nicht in den letzten sechs Monaten hier rar gemacht. Es ist aber auch nicht einfach als Deutschlands Top Rettungsdienst  Blogger. Da erreicht man den Zenit mit der damit einhergehenden Erwartungshaltung der Leserschaft und stellt oben pl&#246;tzlich fest das einem nichts mehr einf&#228;llt, man irgendwie Lustlos ist, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich tu jetzt mal so, als h&#228;tte ich mich nicht in den letzten sechs Monaten hier rar gemacht. Es ist aber auch nicht einfach als Deutschlands Top Rettungsdienst  Blogger. Da erreicht man den Zenit mit der damit einhergehenden Erwartungshaltung der Leserschaft und stellt oben pl&#246;tzlich fest das einem nichts mehr einf&#228;llt, man irgendwie Lustlos ist, au&#223;erdem einen Blog &#252;ber die Problematiken im privaten Bereich er&#246;ffnen k&#246;nnte und viel zu wenig Zeit hat sich &#252;ber Dinge im Rettungswesen aufzuregen.</p>
<p>Jetzt hatte ich ja auch meine Stelle ein wenig reduziert und war dementsprechend so derma&#223;en ZEN das nichts und niemand mich in meinem emotionalen Gleichgewicht ersch&#252;ttern konnte.<span id="more-182"></span></p>
<p>Aber dann kommt wieder so ein Moment und alles ist im Lot. Das Gef&#252;hl von einem Haufen Vollidioten umgeben zu sein, denen das Denken schon aus dem Grunde schwerf&#228;llt, weil man dabei denken muss.</p>
<p>Hier also mein offener Brief an Aufnahmepfleger D aus einer gro&#223;en n&#246;rdlich gelegenen Universit&#228;tsklinik:</p>
<p><em>Sehr geehrter Herr D.,</em></p>
<p><em>mit bedauern muss ich an unseren gestrigen Zwist denken, in dessen Verlauf ich mich dazu hinrei&#223;en lie&#223; ihr Verhalten mit dem unserer anderen Kunden au&#223;erhalb ihres Wirkunskreises zu vergleichen und das auf eine Stufe mit dem von Amateuren stellte. Amateure sind allerdings nichts grunds&#228;tzlich schlechtes, haben die St.Pauli-Amateure, die ja jetzt irgendwie U21 hei&#223;en, mir doch viel Freude im Leben bereitet.</em></p>
<p><em>Nat&#252;rlich wei&#223; ich auch das Sie unter den r&#228;umlichen Verh&#228;ltnissen leiden, die ihnen ihre Klinik bietet, arbeiten Sie doch auf Deutschlands modernster und kleinster Aufnahmestation. Aber wer h&#228;tte auch vor 15 Jahren ahnen k&#246;nnen das die gesamte medizinisch ambulante Versorgung auf die Krankenh&#228;user abgew&#228;lzt wird.</em></p>
<p><em>Personell scheinen Sie mit ihrer Station allerdings noch gut davor zu sein, stehen doch regelm&#228;&#223;ig ungef&#228;hr 6 bis 10 unterschiedlichst qualifizierte Menschen um einen kleinen kneipenartigen Tresen und &#252;ben sich darin eintretende Rettungsmenschen, selbst mit anwesendem Notarzt, im sportlichen Wettkampf des Ignorierens.</em></p>
<p><em>Sollten Sie mal mit ihren Kollegen in Streit dar&#252;ber geraten, wer die Liste anf&#252;hrt b&#246;te ich mich als unabh&#228;ngiger Schiedsrichter an. Ich glaube sechs Minuten hat der Rekordhalter inne. </em></p>
<p><em>Andere H&#228;user lassen einen &#252;brigens auch gerne mal etwas l&#228;nger stehen aber selbst im gef&#252;rchteten und lange Zeit verhassten AKW, lassen sich die Schwestern mittlerweile dazu hinrei&#223;en einem die Wartezeit mit einem: &#8220;Es ist gleich jemand bei euch&#8221; zu vers&#252;&#223;en. Alleine dieser Satz l&#228;&#223;t den gemeinen Rettungsmensch und den, wir wollen ihn hier mal nicht vergessen, Patienten nicht ins metaphysische Abdriften und die eigene Existenz in Frage stellen.</em></p>
<p><em><br />
</em></p>
<p><em>Gestern allerdings wurden wir ja &#252;berraschenderweise bereits nach ein bis zwei Minuten wahrgenommen. Wobei wahrgenommen die richtige Formulierung ist, rissen Sie lieber Herr D. doch die Einweisung von meinem Klemmbrett, lasen die Zielklinik und ranzten, ohne unsere Patientin auch nur angesehen zu haben: &#8220;Das is aber f&#252;r die Augenklinik&#8221;.</em></p>
<p><em>Das war so auch richtig, stand doch auf der Einweisung als Ziel die Augenklinik ihres Hauses, f&#252;r die F&#228;higkeit des fehlerfreien Lesens erhalten sie also den Titel: &#8220;Vollprofi&#8221;<br />
</em></p>
<p><em>H&#228;tten Sie sich die M&#252;he gemacht auch den Rest der Einweisung durchzulesen, w&#228;ren Sie wom&#246;glich zu dem gleichen Schlu&#223; gekommen wie ich. </em></p>
<p><em>H&#228;tten Sie, wenn ihnen das Abturfen als oberstes Ziel gilt, um die chronisch &#252;berlastete Aufnahme leer zu fegen, einen Arzt hinzugezogen, dessen Motive u.U. anders gelagert sind, w&#228;re dieser h&#246;chstwahrscheinlich zu dem gleichen Schlu&#223; gekommen wie ich.</em></p>
<p><em>H&#228;tten Sie mir, nachdem ich deutlich gemacht habe das ich nicht f&#252;r den Interhospitaltransfer zust&#228;ndig bin, denke das unsere Patientin dort auch nicht richtig aufgehoben ist und mitgeteilt habe das unsere Patientin auch keinen Termiiiin (vgl. die Geschichte mit dem Termiin, gleiches Haus, find ich aber grad nicht im Archiv. Wer mir die Story raussucht darf sich eine Geschichte aus dem Archiv aussuchen oder bekommt eine geschrieben ;P) hat und dort nicht angemeldet ist, die M&#246;glichkeit gegeben eine &#220;bergabe zu machen, w&#228;ren Sie wom&#246;glich zu dem gleichen Schlu&#223; gekommen wie ich.</em></p>
<p><em>Selbst die entsendende &#196;rztin, die ihrer Aussage nach sich dabei schon irgendwas gedacht haben wird (*Sing*Der Akademiker, der Akademiker der hat immer recht&#8230;&#8230;) die Dame in die Augenklinik zu &#252;berweisen, ist nach einer kurzen R&#252;cksprache zu dem gleichen Schlu&#223; gekommen wie ich und ging mit der Zielort&#228;nderung durchaus konform.</em></p>
<p><em>Denn: Sehst&#246;rungen, Schwindel, Kopfschmerzen im Nackenbereich sind Symptome die man durchaus auch dem neurologischen Formenkreis zuordnen kann.<br />
</em></p>
<p><em>Und nicht nur das&#8230;.eine neurologische Abkl&#228;rung ist in diesem Falle sogar dringlicher, weil f&#252;r die Patientin schwerwiegender, als das schwachsinnige beharren auf fahrl&#228;ssig dahingekritzelten Einweisungszielen.</em></p>
<p><em>Tja lieber Herr D., all diese Punkte sprechen leider daf&#252;r das im Zentrum ihres Wirkens die Verwaltung steht, das ist auch ganz toll f&#252;r Sie, in einem Sozialberuf allerdings total fehl am Platze. Machen sie doch mal Urlaub, wandern Sie f&#252;r ein bis zwei Jahre in die Eisw&#252;sten Gr&#246;nlands aus oder bewerben Sie sich bei einer kranken Kasse ihrer Wahl.</em></p>
<p><em>Nur&#8230;.bel&#228;stigen Sie keine Menschen mehr die sich die F&#228;higkeit erhalten haben ihren Kopf zu benutzen und bei denen, zumindest die medizinischen Interessen der Patienten mehr wiegen, als Formalit&#228;ten.</em></p>
<p><em><br />
</em></p>
<p><em>MfG</em></p>
<p><em>JK</em></p>
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		<title>Schweine, Grippe, Pandemie</title>
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		<pubDate>Wed, 17 Jun 2009 09:53:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>grisu</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Was uns die letzten Wochen besch&#228;ftigt, ist die Schweinegrippe oder Mexiko. Ich selber kam vor einigen Wochen aus Amerika wieder und wurde glatt drei Tage sp&#228;ter krank. AHHHHH&#8230;.ich habe Schwein, war mein erster Gedanke. Alle Anzeichen stimmten: Geschwollene Tonsillen, hohes Fieber, Gliederschmerzen etc.

Es war zum Gl&#252;ck nur eine Angina, weil im Flieger hinter uns eine stark [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Was uns die letzten Wochen besch&#228;ftigt, ist die Schweinegrippe oder Mexiko. Ich selber kam vor einigen Wochen aus Amerika wieder und wurde glatt drei Tage sp&#228;ter krank. AHHHHH&#8230;.ich habe Schwein, war mein erster Gedanke. Alle Anzeichen stimmten: Geschwollene Tonsillen, hohes Fieber, Gliederschmerzen etc.</p>
<p><span id="more-175"></span></p>
<p>Es war zum Gl&#252;ck nur eine Angina, weil im Flieger hinter uns eine stark r&#246;chelnde Dame ihre Bazillen verbreitete.</p>
<p>In den Zeitungen wird schon von Pandemie gesprochen. Ich denke man muss vorsichtig sein. Aber es wird schon wieder viel zu viel Brumborium gemacht. In Mexiko ist die medizinische Vorsorge und Versorgung nicht so etabliert wie in Europa, darum gab es dort auch so viele F&#228;lle von Erkrankten und Toten.</p>
<p>Ich denke, es gibt viel schlimmere Erreger, die uns im Alltag des Rettungsdienstes treffen k&#246;nnen. MRSA ist hier einer von vielen. Die Rate der Erkrankten in Deutschland liegt im Moment bei 15-20 %. Ich denke, die Rate der nicht gemeldeten oder unbekannten F&#228;lle liegt viel h&#246;her. In den n&#228;chsten Jahren werden nicht nur dieser Stamm weiter mutieren und nicht mehr den orginal Wirt haben.</p>
<p>Vielleicht werden auch einfach Erreger von Regiemen gestreut? Wissen wir das? Der Iran und Nordkorea droht der Welt mit Atombomben. Aber was ist mit biologischen und chemischen Erregern, die einfach so gestreut werden k&#246;nnen, ohne das es jemand merkt? Man weis es nicht&#8230;..</p>
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		<title>Von &#196;rzten, Bauchweh und Windpocken</title>
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		<pubDate>Tue, 03 Mar 2009 06:22:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>grisu</dc:creator>
				<category><![CDATA[Rettungsdienst]]></category>

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		<description><![CDATA[Da war er wieder, der Samstagnachtdienst&#8230;..viel Wirbel um nichts&#8230;..und doch wieder viel &#220;berraschungen:
Diesen Abend fuhren wir zu einem Kindernotfall ins n&#246;rdliche Wachengebiet. Ein gelassener Vater empfing uns auf dem Gehweg und schilderte, sein Sohn hat seit Stunden Bauchweh und kr&#252;mmt sich vor Schmerzen. Er hat ja schon den &#8220;Notarztersatzdienst&#8221; angerufen. Doch der rief irgendwann an und sagte:&#8221; [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Da war er wieder, der Samstagnachtdienst&#8230;..viel Wirbel um nichts&#8230;..und doch wieder viel &#220;berraschungen:<span id="more-158"></span></p>
<p>Diesen Abend fuhren wir zu einem Kindernotfall ins n&#246;rdliche Wachengebiet. Ein gelassener Vater empfing uns auf dem Gehweg und schilderte, sein Sohn hat seit Stunden Bauchweh und kr&#252;mmt sich vor Schmerzen. Er hat ja schon den &#8220;Notarztersatzdienst&#8221; angerufen. Doch der rief irgendwann an und sagte:&#8221; Ich bin ja kein Kinderarzt und kann nicht mit Kindern, da m&#252;ssen sie die Kollegen vom Rettungsdienst rufen&#8221;&#8230;..WIE, WAS&#8230;..- Spucke wegbleib &#8211; schau komisch in Richtung Kollegin &#8211; lachen, nein &#8211; kopfsch&#252;tteln.</p>
<p>Wir gingen ins Haus und  schauten uns den Jungen an. Er hatte Fieber und gab Schmerzen im Unterbauch an. Aber warum haben ihn die Eltern nicht schon fr&#252;her ins Krankenhaus gefahren oder erst sp&#228;t am Abend den Rettungsdienst gerufen? Sie wollten abwarten ob es besser wird erkl&#228;rte uns die Mutter. Naja, ich bin zwar kein Vater aber wenns meinem Kind so schlecht gehen w&#252;rde, einpacken und ab gehts ins n&#228;chste Krankenhaus mit Kinderstation. Leider war auch noch das Auto der Familie defekt und die Mutter musste ja auf das andere schlafende Kind aufpassen. So konnten sie ja nicht selber ins Krankenhaus fahren. Also haben wir den Knirps mit Papa in den Rettungswagen verbracht und ins n&#228;chste Krankenhaus gebracht. Dem Jungen ging es nat&#252;rlich fast wieder blendend, als wir ihn in die Notaufnahme schoben.</p>
<p>Ich gr&#252;belte noch den ganzen R&#252;ckweg nach Hause. Aber wir kamen nicht bis zur Wache. Es war nun schon weit nach zw&#246;lf und der Melder zeigte erneut einen Kindernotfall. Prompt klingelte das Diensthandy und die Leitstelle informierte uns &#252;ber folgende Situation:</p>
<p>Mutter ist sehr besorgt &#252;ber ihr Kind welches ja seit gestern Windpocken hat und nun ganz doll Bauchschmerzen.</p>
<p>Na supi, Infektionstransport&#8230;&#8230;zum Gl&#252;ck hatte ich ja als Kind schon Windpocken&#8230;aber warum hat dieses Kind Windpocken? Da gibts doch was von Ratiopharm&#8230; man kann sich impfen lassen&#8230;..</p>
<p>Na egal, als wir am Einsatzort ankamen empfing uns eine aufgeregte Mutter. &#8220;Mein Kind hat ja sooo doll Bauchweh&#8230;.und da ich ja vom Fach bin und im <em>Internet</em> gelesen habe, dass ja irgendwann mal ein 21 j&#228;hriger <em>an Windpocken gestorben</em> ist, weil er einen akuten Bauch hatte&#8230;.&#8221;</p>
<p>Ich : &#8211; Kopf sch&#252;ttel ganz schnell von links nach rechts &#8211; was hat Wikipedia da denn ausgespuckt.</p>
<p>Naja, also ab in den Infektionsschutzanzug geschl&#252;pft, nat&#252;rlich sofort transperierend weil der W&#228;rmetauscher der Rettungswagenheizung auf Hochtouren lief; als ich dann um die Rettungswagenecke bog, lief ich in die Arme eines 10 j&#228;hrigen M&#228;dchen. AHHH, heul, heul&#8230;.wer ist das&#8230;.Ich sofort beruhigend auf sie einwirkend, dass ich so komisch aussehe liegt nicht an ihr, nur an den Windpocken. Sie beruhigte sich schnell und stieg mit mir in den Rettungswagen. Auf der 20 min&#252;tigen Fahrt ins Kinderkrankenhaus scherzten wir viel und unser Patientin ging es schon viel besser. Auf H&#246;he des Parkplatzes des Krankenhauses hielt die Kollegin auf einmal an. Ich steckte vorsichtig meinen Kopf durch unser kleines Fenster und fragte warum wir halten. Na, ich will die Mutter mitnehmen, die gerade einparkt. Ich schaute nach rechts und der Beifahrerplatz war leer.</p>
<p>WAAAASSSS&#8230;..Wie - einparken, Beifahrerplatz leer&#8230;&#8230;mir ri&#223; fast das Gummiband meines Mundschutzes. Wir machten &#220;bergabe in der Notaufnahme und ich konnte endlich aus meiner zweiten Haut schl&#252;pfen. Nt&#252;rlich ist sie mit ihrem PKW hinterher gefahren, wir konnten sie ja nicht wieder mit zur&#252;ck nehmen. Ich hatte einen knallroten Kopf und wusste nicht ob es von meinem Infektionsschutzanzug kam oder meiner innerlichen Wut gegen&#252;ber der Mutter. Wie auch immer, ich war bedient.</p>
<p>Fazit dieser Nacht ist, erst fragen ob der Arzt mit Kindern kann, pr&#252;fen sie  ihr Auto bevor sie schlafen gehen, fragen sie die Nachbarn vor jedem Wochenende, ob sie im Notfall einen Babysitter stellen k&#246;nnen und vor allem sprengen sie ehemaligen Krankenschwestern den Router&#8230;&#8230;</p>
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