Der Rettungsblog

Weblog einer Rettungswache

Die Qual der Wahl

Da war er also der erste Tag nach dem Urlaub. Von meinen “Ich schmeiß den ganzen Scheiß hin”-Gedanken, durch verordneten Frohsinn und Kölner Pipiwasser trinken kuriert, konnte mich so schnell ja erstmal nichts Nerven.

Sollte sich natürlich alsbald ändern und jetzt stehe ich vor  der Wahl, wen ich denn als erstes bashen soll?

Die Notaufnahme die mittlerweile Bundesweit für ihre Unfreundlichkeit bekannt ist oder den Call Center Angestellten, der uns quer durch den ganzen Landkreis für eine Verlegung in eine Stadt “Nochweiterweg” schickt, sodaß wir mal wieder 30 bezahlte und 105 Leerkilometer haben oder den KV Akademiker mit einer Einweisung weit jenseits meines Verständnisses? Och…….Ich mach einfach mal den Post-Urlaub Rundumschlag.

-Die Notaufnahme die ich meine gehört zu einem Krankenhaus, das wie bereits erwähnt, zumindest hier in der Gegend für ihre exorbitant unfreundliche Art bekannt ist. Merkwürdigerweise haben sich seit einiger Zeit zwar die Vorzeichen geändert. Einst war die Chirurgie die böse Aufnahme in der sich alle benommen haben  als wären Sie in einem sozialen Brennpunkt sozialisiert worden, während die Innere meistens ging. Meistens, weil es dann ja doch den einen oder anderen Vorfall gegeben hat. Das Gros der Einsätze bei denen man nach der Übergabe am liebsten einen Boxsack zur Hand gehabt hätte ging aber auf die Chirurgische.

In der Chirurgie wurde ich jetzt aber bereits mehrfach freundlich empfangen und das Personal hört zu wenn ich mich Übergebe. (*Buörks*)

Isses denn da zuviel verlangt auch auf der Inneren mal nicht so zu tun als wären die eintretenden Retter unsichtbar? Mag ja sein das es schlichteren Gemütern ein Gefühl von Macht vermittelt, wenn man erstmal dreimal an der RTW-Besatzung nebst Patient vorbeimarschiert ohne Sie wahrzunehmen aber muss das sein?

Getoppt wird sowas ja nur noch durch kauende Krankenschwestern, die während der Übergabe irgendwo hingucken, nur nicht in meine Richtung. Der Gipfel ist allerdings, nach ungefähr der halben Übergabe und meine Übergaben beschränken sich wirklich nur auf das Wesentliche, anzufangen mit dem Kollegen zu brabbeln.

Die Strategien bisher, einfach aufzuhören und zu gehen oder stoisch weiterzureden sind nicht wirklich befriedigend. Vielleicht sollte ich einfach mal anfangen irgendeinen Stuß zu erzählen.

Das Callcenter gibt dem Wort Strategie eine völlig neue, mir leider vollkommen schleierhafte Bedeutung. Jaja es sind nicht alle, manche können das was Sie tun sogar sehr gut aber bin ich Mutter Theresa das ich jetzt hier auch noch großartig anfange zu differenzieren? Mitgehangen, Mitgefangen…..Ergo ist die Störstelle immer Schuld. Und bitte……. Isses normal, wenn ich zu einem Krankenhaus im Bereich von Wache X, unweit der Hauptwache Y, mit drei eigenen Fahrzeugen und von dort mit Patient durch Y vorbei an der Wache Z in eine Klinik in einer große Stadt im Norden muss?

Ingesamt sind wir an fünf potentiellen Wenigerleerkilometeranhäufern vorbeigefahren deren Einsatz bei einem zeitunkritischen Transport doch irgendwie wirtschaftlicher gewesen wäre.

Von dort muss ich dann noch den langen, langen, langen Weg zurück an die Heimatwache. Ergebnis: 3 Stunden gebunden und 2/3 der Strecke Leerkilometer.

Spielen die da oben Leerkilometerlotto? Wer die meisten am Ende des Tages zusammenbekommt hat gewonnen?

Würde sich an der Dispositionsstrategie etwas ändern, wenn der jeweilig Verantwortliche keine Cracker mehr in seiner Futterluke findet nachdem er den großen roten Knopf gedrückt hat?

Und zuguterletzt noch eine kleine Anmerkung an unsere kassenärztliche Voraustruppe:

Unwohlsein und erhöhte Temperatur sind kein, ich wiederhole KEIN Grund jemanden ins Krankenhaus zu schicken. Falls das Wort eines unbedeutenden Krankenwagenfahrers nicht reicht könnt ihr euch gerne eine zweite Meinung vom “aufnehmenden” (in Tüdelchen, weil wir alle wissen das das ne ambulante Nummer wird) Krankenhaus einholen.

So….Rundumschlag gelungen,…..Ich glaub ich brauch Urlaub.

Eine Reaktion zu “Die Qual der Wahl”

  1. torschtl

    und dann war da noch der 86 jährige Patient mit z. n. apo, der 38,1°C Fieber hatte und UNBEDINGT schnellstmöglich ins KH muss… *Kopf->Tisch*… achja… war ne telefoneinweisung

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